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Sozialethisches Kolloquium: Death by Algorithm? Die Problematik autoregulativer Waffensysteme im friedensethischen Kontext - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Colloquium Veranstaltungsnummer 60415
Semester WiSe 2020/21 SWS 1
Rhythmus Moodle-Link https://moodle.hu-berlin.de/enrol/index.php?id=98386
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist Es findet keine Online-Belegung über AGNES statt!
Veranstaltungsformat Digital

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
Fr. 18:00 bis 21:00 Einzel am 29.01.2021   Meireis findet statt    
Gruppe 1:
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Meireis, Torsten , Prof. Dr. theol.
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Theologische Fakultät, Seminar für Systematische Theologie / Philosophie, Systematische Theologie mit Schwerpunkt Ethik und Hermeneutik
Inhalt
Kommentar

Auch wenn in einer christlichen Perspektive das Leitkonzept des 'gerechten Friedens' schon länger die Vorstellung eines 'gerechten Krieges' abgelöst hat, bleibt der Gewaltumgang in unterschiedlichen Zusammenhängen doch eine bittere Realität. So kann es nicht verwundern, dass die Digitalisierung nicht nur Auswirkungen auf unser Kommunikations- und Arbeitsverhalten hat, sondern auch die Praxen des Gewaltumgangs verändert: Weil sich auch Christ*innen diesen Problemen nicht einfach entziehen können, ist die Kirche etwa in der Friedensethik, aber auch in der Militärseelsorge aktiv und muss sich mit solchen Fragen auseinandersetzen. Gegenwärtig werden - finanziert hauptsächlich durch militärische Agenturen - auch in vielen zivilen Labors hoch autoregulative Technologien entwickelt, etwa Fahrzeuge, die durch Sensorik und eine entsprechende Programmierung ein vorherbestimmtes Ziel auch unter wechselnden Umweltbedingungen ohne Eingriffe von außen erreichen können - oder eben Waffen, die ohne weitere Eingriffe von außen töten können. Während Gegner wie der in der Kampagne gegen Landminen erfolgreiche Jurist Stephen Goose, Leiter der 'Abteilung Waffen' bei Human Rights Watch, ein grundsätzliches Verbot solcher Systeme fordern, argumentieren Befürworter wir der am Georgia Institute of Technology an Robotik forschende Informatiker Ronald Arkin, dass solche Waffen zur Humanisierung der Kriegführung beitragen würden, weil sie - anders als Menschen - weder Angst noch Rache kennen, nicht präventiv zum Selbstschutz töten müssten und ihnen die Berücksichtigung menschenrechtlicher Standards einprogrammierbar sei.

Einer der profiliertesten Experten auf diesem Gebiet ist der politische Philosoph Alexander Leveringhaus, der lange am renommierten Oxford Institute for Ethics, Law and Armed Conflict arbeitete und jetzt am Centre for International Intervention (cii) der Universität Surrey forscht. Prof. Leveringhaus wird uns als Gast in seine Forschung einführen, sodass wir dann über die betreffenden friedensethischen Fragen ins Gespräch kommen können.

Bemerkung

Melden Sie sich bitte über die Moodle-Plattform (Kursschlüssel: Terminator) an.

Strukturbaum

Die Veranstaltung wurde 1 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2020/21 gefunden:

Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin