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Digitale Zensur. Geschichte, Theorie und Praxis gefährlicher Bilder - Detailseite

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Grunddaten
Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 533636
Semester WiSe 2019/20 SWS 2
Rhythmus Moodle-Link  
Veranstaltungsstatus Freigegeben für Vorlesungsverzeichnis  Freigegeben  Sprache deutsch
Belegungsfrist - Eine Belegung ist online erforderlich
Veranstaltungsformat Präsenz

Termine

Gruppe 1
Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer
Do. 14:00 bis 16:00 wöch 17.10.2019 bis 13.02.2020  Pergamonpalais - 3.30 Georgenstraße 47 (GEO 47) - (Unterrichtsraum)   findet statt    
Gruppe 1:
Zur Zeit keine Belegung möglich


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Müller-Helle, Katja , Dr.
Studiengänge
Abschluss Studiengang LP Semester
Bachelor of Arts  Kunst- und Bildgeschichte Kernfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )     -  
Bachelor of Arts  Kunst- und Bildgeschichte Zweitfach ( Vertiefung: kein LA; POVersion: 2014 )     -  
Zuordnung zu Einrichtungen
Einrichtung
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät, Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Inhalt
Kommentar

Künstlerische Mittel der Übertreibung in vervielfältigten Schrift- und Bildwerken sind seit den Kämpfen der Reformation und Gegenreformation (mittels Buchdruck und Druckgrafik) und in einer weiteren Welle zu Zeiten der Französischen Revolution Instrumente der politischen Meinungsäußerung. Ihre Eindämmung und Zensur gehört gleichermaßen zur Geschichte der Medienrevolutionen. Auch in der Kunst- und Bildgeschichte musste immer wieder ausgehandelt werden, welche Bilder gefährden, schaden oder aufklären: So verantwortete sich Goya vor der spanischen Inquisition wegen des Bildes „Die nackte Maja“ (1795-1800) oder in Frankreich bekam nach dem Aufleben der bildlichen Karikatur zwischen Julimonarchie und Commune die Zensurmaschinerie wieder Aufwind.

Heute ist eine Form der Bildzensur in aller Munde, die erneut die Grenzen der Kunstfreiheit und der freien Meinungsäußerung auf die Probe stellt: In sozialen Netzwerken und auf Google werden nicht nur Bilder der Gewalt und Nacktheit durch algorithmische Bilderkennungen und Content Moderator zensiert und gelöscht; die Kriterien für diese Regulierungen bleiben opak und fallen unter die Geheimhaltungsrichtlinien US-amerikanischer Großkonzerne. Gleichzeitig üben sich traditionelle Institutionen wie Museen in der Praxis der Selbstzensur (Bsp. Balthus „Thérèse Dreaming“, Bananenproteste um Natalia LLs „Consumer Art“), um im Zuge der #Meetoo-Diskussionen keine Debatten um anstößige Bilder zu provozieren.

Das Seminar fragt anhand von konkreten Fallstudien nach den Diskursen der staatlichen, religiösen und sozio-technischen Zensur in historischer Perspektive. Die aktuelle Einforderung der Kunstfreiheit, die in historischer Perspektive ein relativ junges Phänomen ist, wird dabei ebenso historisiert wie die Richtlinien zur Eindämmung der Meinungsfreiheit durch Zensurgesetze (z.B. Karlsbacher Beschlüsse, 1819).

Literatur

Frimmel, Sandra/Mara Traumane (Hg.) (2018): Kunst vor Gericht. Ästhetische Debatten im Gerichtssaal. Berlin: Matthes & Seitz; Gillespie, Tarleton (2018): Custodians of the Internet. Platforms, Content-Moderation, and the Hidden Decisions That Shape Social Media, New Haven/London: Yale University Press; Müller-Helle, Katja (2019): Noise Bodies. Bildzensur 1967/heute, in: nach dem film, no 17, Frühjahr 2019 (abrufbar unter https://nachdemfilm.de/issues/text/noise-bodies-bildzensur-1967heute); Rauterberg, Hanno (2018): Wie frei ist die Kunst? Der neue Kulturkampf und die Krise des Liberalismus. Berlin: Suhrkamp 2018; Rothöhler, Simon (2018): Informationen, die Bilder haben. Zur Moderierbarkeit von visuellem Content, in: Zeitschrift für Medienwissenschaft, Februar 2018, S. 85–94.

Prüfung

Hausarbeit

 

Strukturbaum

Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2019/20. Aktuelles Semester: WiSe 2020/21.
Humboldt-Universität zu Berlin | Unter den Linden 6 | D-10099 Berlin